Terrazzo

Bodenträume aus Zementplatten und Terrazzoplatten

Ich liebe Zementplatten, eigentlich sogar noch mehr als schöne Dielen, obwohl eigentlich liebe ich beides

– aber heute geht es um Zementplatten und Terrazzoplatten.

Bist du schon einmal in den Flur eines Hauses von Anfang des 20.-sten Jahrhunderts gekommen und hast dort diese unglaublichen, bunten Mosaike gesehen? Die Steine glänzend oder wegen der Abnutzung matt, aber von der Haptik viel wärmer und irgendwie vom Gefühl weicher als Fliesen? Bei diesen Bodenplatten handelt es sich um Zement- oder Terrazzoplatten, die besonders im Jugendstil sehr beliebt waren.

Geschichtliche Hintergründe

Während Terrazzo in einer gegossenen Form bereits seit der Antike besteht, ist das Verfahren zur Herstellung von Zementmosaikplatten erst um 1900 entwickelt worden. Die Firma Emil Carius stellte auf der Bauartikel-Ausstellung in Leipzig 1909 Zementplatten mit floralen Ornamenten vor und wurde für diese sogleich ausgezeichnet.

Herstellung

Die Platten können bis heute nicht komplett maschinell hergestellt werden, wodurch jede Platte ein Unikat ist. Kleine Löcher, aufgrund von Luftbläßchen, sind genauso typisch wie nicht ganz ebene Kanten. Daher werden die Platten auch grundsätzlich im Buttering-Floating-Verfahren verlegt – dies bedeutet, dass der Plattenkleber sowohl auf dem Boden als auch auf der Unterseite der Platte aufgetragen wird. Das aufwändige Verfahren verhindert die Bildung von Luftblasen unter dem Bodenbelag, die durch die nicht ganz ebenen Zementplatten entstehen können.

Um dann das typische Bild des einheitlichen Musters auf dem Boden zu erreichen, werden die Fugen möglichst dünn ausgebildet (max. 2mm).

Die Materialien der Zement- und Terrazzoplatten sind bis heute noch komplett natürlich und damit auch in der Pflege mit Natursteinen zu vergleichen. Zement, Quarzsand, zerriebender Marmor und reine Farbpigmente, keine Kunststoffe oder Kunstharze ergeben in der Kombination diese atemberaubenden, schönen Bodenplatten.

Ebenso wie Holzböden sind die Platten empfindlich bei großen Mengen Wasser und müssen daher nach dem Verlegen gut eine Woche austrocknen und versiegelt werden. Es handelt sich eben um ein natürliches Material, dass sich ausdehnt und schwindet.

Wo finde ich sie?

Auf der „Denkmal Leipzig“ (den Artikel findet ihr hier) bin ich durch Zufall über die Platten der Firma VIA gestolpert – und zwar wirklich im wahrsten Sinne des Wortes. Ich war einfach nur geflasht von den Mustern nach historischen Vorbildern. Dazu gab es von der Firma auch Kreidefarben, die diese speziellen, matten Farbtöne haben und damit perfekt zu den Platten passen.

Ich war im absoluten Farbrausch an dem Stand und hätte mir am liebsten die Schuhe ausgezogen, um den Boden einmal richtig unter meinen Füßen auch spüren zu können – was auf der Messe aber glaub ich etwas komisch rüber gekommen wäre. Und so stand ich einfach nur mit großen Augen vor den ganzen Farbspielen und bewunderte diesen besonderen Fußbodenbelag.

Und damit du endlich auch siehst, was ich meine und warum ich so schwärme, hier einige Bilder zu den Platten, die mir freundlicherweise von der Firma VIA zur Verfügung gestellt wurden:

 

Terrazzo

Copyright: VIA Platten

Terrazzo

Copyright: VIA Platten

Terrazzo

Copyright: VIA Platten

Terrazzo

Copyright: VIA Platten Foto: Anne Catherine Scoffoni

Terrazzo

Copyright: VIA Platten Foto: Woodworker

Terrazzo

Copyright: VIA Platten

Terrazzo

Copyright: VIA Platten

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