Fachwerkhaus wird saniert

Fassaden-Sanierung eines Fachwerkhauses

Die Gaststätte Winkelmann braucht eine neue Fassade!

Holz hat als Baumaterial einen Nachteil – es hält nicht ewig. Was also machen, bei einem Fachwerkhaus, dessen komplette tragende Konstruktion der Fassade aus Holz besteht?

Diese Frage mussten sich Karin und Stephan von der Gaststätte Winkelmann vor einigen Jahren stellen. Zusammen mit dem Zimmermann Michael Valero von der Firma Lehmbau Valero, die sich auf die Sanierung von Fachwerkhäusern spezialisiert hat, wurden die einzelnen Schritte geplant und durchgeführt.

Das vierwöchige Abenteuer – Sanierung Fachwerkhaus – kann starten …

Als erstes musste die Holzbank im Gastraum zwischengelagert werden. Massiv und aus einem Teil gefertigt, lehnt sie an der Fassade an. Da ein Auseinanderschrauben in Einzelteile nicht möglich war, wurde sie im Ganzen quer durch das Haus nach draußen geschoben. Glücklicherweise liegen die Türen von Gastraum, Küche und privaten Flur alle in einer Flucht.

Im zweiten Schritt wurde das Haus abgestützt und eine „Folienwand“ von Innen abgehangen, so dass kein Dreck in den historischen Gastraum gelangen konnte. Da der Gaststättenbetrieb während der Sanierung weiter lief, dachten sich Karin und Stephan hierfür etwas besonderes aus. Anstelle einer einfachen Folie hingen Sie eine Fototapete, auf der die alte Wand abgebildet war, vor die Baustelle.

Sanierung Gaststätte Winkelmann

Stephan sitzt vor der Fototapete

Sanierung Gaststätte Winkelmann

Fototapete zum verstecken der Baustelle

 

 

 

Fachwerkhaus in Wuppertal wird saniert

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Nun folgte der eigentliche Fachwerkaustausch. Die Balken wurden einzeln entfernt, der neue Balken aus Eichenholz genau an den alten angepasst und wieder eingesetzt. Die Verbindungspunkte sind mit Holzdübeln oder Überblattungen gestaltet. Der Verzicht auf die für ein Fachwerkhaus sehr modernen Nägel und Schrauben hat nicht nur historische Gründe. Eichenholz ist langlebig und kann auch ohne Holzschutzmittel viele Jahre unversehrt überstehen. Bei jedem Fremdmaterial besteht die Gefahr einer Verwitterung und somit einer Beschädigung der langlebigen Konstruktion.

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Währende moderne Häuser gegen die aufsteigende Feuchtigkeit eine Folie im Mauerwerk haben, die so genannten Horizontalsperre, stehen alte Häuser auf einem Sockel, der aus einem wenig Feuchtigkeit aufnehmenden Material besteht. In diesem Fall ist der Sockel aus hartem Bruchstein gefertigt.

Das Gefach ist mit Lehmziegeln gefüllt und von außen mit einem Kalktrassputz versehen. Trass wurde zur Vermeidung von Algen auf den weiß strahlenden Zwischenräumen beigemischt. Von innen ist die Wand mit einer 30mm Holzfaserdämmplatte gedämmt und hat einen Lehmputz erhalten. Dieser ist sehr angenehm für das Raumklima, nimmt Feuchtigkeit gut auf und gibt sie gleichmäßig wieder an die Raumluft ab. Gestrichen wurde daher auch mit einer diffusionsoffenen Farbe, die die Feuchtigkeitsregulierung durch den Putz nicht behindert.

Ein Problem gab es jetzt noch. Nachdem die Wand erneuert war, musste die Holzbank wieder in den Raum. Diese lehnte seit jeher an der Wand zum Hof. Da in einem Fachwerkhaus keine Wand gerade ist, war auch die Bank dementsprechend uneben. Stück für Stück wurde hier gesägt und geschliffen, bis die alte Bank auch perfekt zur neuen Wand passte.

Findet ihr das Ergebnis auch so gelungen wie ich?

Fachwerkhaus in Wuppertal wird saniert

Bank und Fassade im Gastraum der Gaststätte Winkelmann

Fachwerkhaus in Wuppertal wird saniert

Fassade der Gaststätte Winkelmann nach der Sanierung

 

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Stephan auf der Brücken

Stephan auf der Brücken

Stephan gehört das Architekturbüro adb Architektur, welches dazu direkt auf der anderen Straßenseite liegt. Also anrufen, gemütlich die Sonne im Biergarten genießen und vielleicht ist er ja der richtige Mann dafür (er kann auch noch deutlich mehr als nur Fachwerk).

Auf seiner Seite findet ihr viele Infos:

www.adbarchitektur.de

 

Die Fotos der Sanierung wurden mir freundlicherweise von Stephan und Karin zur Verfügung gestellt.

 

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