Architektur auf Lanzarote

Lanzarote – Architektur zum Verlieben

Es war etwas ruhig hier auf dem Blog. Das hatte einen einfachen Grund, ich war im Urlaub 🙂

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber selbst, wenn ich nur einen Strandurlaub machen möchte, versuche ich von schöner und ansprechender Architektur umgeben zu sein. Ich komme halt nicht aus meiner Haut raus. Das Ganze führt dann allerdings regelmäßig zu kleineren Diskussionen zu Hause, da mein Wunsch nach Ästhetik und mein Budget eigentlich nie zusammenpassen :-).

Bei Städtereisen ist das deutlich einfacher. Fliege ich nach New York, ist von vorneherein klar, dass ich von beeindruckenden Bauwerken umgeben sein werde. Aber will ich an den Strand, dann suche ich im Haufen der Hotelburgen nach einem Ort, der klein, süß und bezahlbar ist. Wie gesagt, Budget und Wunschort passen da fast nie zusammen.

Eine Insel, die ich aber genau aus diesem Grund sehr liebe, ist Lanzarote. Von vielen Touristen geächtet, da in Sachen Landschaft als uninteressanteste Insel der Kanaren betrachtet, geht mir bereits im Flugzeug das Herz auf, wenn ich auf diese kleinen, weißen Dörfchen schaue.

Lanzarote hatte das große Glück, einen Volkshelden namens César Manrique gehabt zu haben. Manrique konnte eine beeindruckende Künstlerlaufbahn mit Stationen in Madrid und New York vorweisen, bis es ihn zurück in seine Heimat zog. Hier wird er bis heute geradezu vergöttert. Er setzte sich dafür ein, dass der Tourismus zwar kam und den Bewohnern der Insel Geld brachte, jedoch gleichzeitig der Charakter der kargen Insel geschützt wurde. Manrique arbeitete diverse Bauordnungen aus, die dann auch umgesetzt wurden. Unter anderem darf kein Haus mehr als drei Stockwerke vorweisen. Er erklärte den Bauern die Vorteile ihrer traditionelle Bauweise, so dass diese hierzu zurückfanden und diese bis heute bewahrten.

Denn machen wir uns nichts vor, über Jahrhunderte entwickelte Baustile haben den Vorteil, dass sie sich perfekt an die klimatischen Bedingungen angepasst haben. Sie sind das Gesicht einer Landschaft und verraten Außenstehenden viel über das vorherrschende Klima.

Die kleinen Häuser auf Lanzarote sind zum Schutze vor dem ständig starkem Wind meist in L-Form erbaut. Ist die Familie größer, kommt auch die U-Form oder eine Anordnung um einen Patio (Innenhof) vor. Die Fassaden sind weiß gekalkt, in Küstennähe meist mit blauen Fensterrahmen und Türen, im Landesinneren mit grünen oder braunen Rahmen und Türen. Die Farbgebung ist wohl, laut unserer Reiseleiterin, auch auf Manrique zurückzuführen. Vorher waren die Häuser alle bunt, was ich persönlich auch spannend gefunden hätte. Warum Manrique sich für die weißen Fassaden einsetzte, konnte ich bisher nicht herausfinden, aber vielleicht weißt du es ja?

Architektur auf Lanzarote

typisches Wohnhaus auf Lanzarote

Die Schornsteine der Häuser verraten oft, wie viel Geld die Familien haben. Es gibt einfach, viereckige, die über die Flachdächer ragen oder aber verzierte mit verschiedenen Spitzen.

Architektur auf Lanzarote

Bungalows auf Lanzarote

Und weil sich auch die Hotels an diese Bauregeln halten müssen, sind die Anlagen deutlich kleiner und architektonisch ansprechender gestaltet, als in den meisten anderen Touristenorten. Während ich auf Teneriffa also bei der Ankunft kurz vor einen Brechanfall war, weil die Hotels wie große Monster um die süßen Orte liegen, hüpfte mein Herz beim Anblick der Hotelanlagen auf Lanzarote.

Markt von Puerto del Carmen

Markt von Puerto del Carmen

kleine Kapelle im Süden von Lanzarote

kleine Kapelle im Süden von Lanzarote

Restaurant mit begrüntem Innenhof auf Lanzarote

Restaurant mit begrüntem Innenhof

Wenn du nun auch noch etwas mehr über die beeindruckende Natur auf der Insel erfahren möchtest, dann kann ich dir nur den Blog Keinsteins Kiste ans Herz legen, hier findest du einen umfangreichen Post über die Insel, der mich persönlich vor einigen Wochen daran erinnerte, dass ich unbedingt hier mal wieder hin muss.

Lavalandschaft auf Lanzarote

Lavalandschaft auf Lanzarote

Comments 1

  1. Lieben Dank fĂĽr die Erwähnung! Als wir damals auf Lanzarote waren, haben wir neben den Vulkanen auch einige Bauten und Anlagen von CĂ©sar Manrique angesehen. FĂĽr die war in dem Naturforscher-Artikel nur kein Platz mehr – aber nun weiss ich sie ja hier angemessen gewĂĽrdigt :). Denn ich bin seit meinem Kunst-Abitur selbst ein Fan von organischer Architektur – und Manriques Werke passen sich wirklich in faszinierender Weise in die surreale Vulkanlandschaft Lanzarotes ein.

    Liebe GrĂĽsse,
    Kathi „Keinstein“

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