Buch über energetische Sanierung im Denkmalschutz

Rezension von dem Buch „Denkmalschutz und Klimaschutz – zwei Seiten derselben Medaille?!“

Heute möchte ich ein Buch vorstellen, welches mich im Urlaub absolut begeistert hat. Vielleicht erinnerst du dich ja noch daran, dass ich in meinem Text „Haus mit Wärmedämmverbundsystem vs. traditionelle Bauweise in Backsteinarchitektur“ die Frage gestellt habe, ob es auch Untersuchungen dazu gibt, wie viel Energie für die Herstellung eines Dämmstoffes benötigt wird, da mir die klassischen Berechnungen der meisten Energieberater einfach zu oberflächlich rüberkommen. Nun bin ich ja leider kein Profi auf dem Gebiet und habe mich auch erst mit Beginn meines Blogs näher mit diesen Themen auseinander gesetzt. Dennoch hat mir schon immer mein gesunder Menschenverstand gesagt, dass Rohöl an der Fassade doch nicht die ökologisch vertretbare Technik sein kann, um unsere Häuser sparsamer zu gestalten.

Das im Titel genannte Buch war mehr ein Zufallskauf auf der „Denkmal 2016“. Als Mangel-Exemplar war es recht günstig und ist so einfach mal mitgegangen. Hätte ich gewusst, welche Schätzchen in dem Buch schlummern, hätte ich aber auch gerne den vollen Preis bezahlt.

In dem kleinen Heft sind diverse Aufsätze von Fachleuten auf dem Gebiet der energetischen Sanierung von Denkmalimmobilien gesammelt. So kommen dort u.a. Professoren verschiedener Architektur Fakultäten, Landekonservatoren von Denkmalschutzbehörden und freie Architekten zu Wort.

Der Grundton der Aufsätze ist eigentlich durchweg: die energetische Sanierung eines Hauses soll bezwecken, dass das Gebäude im Ganzen weniger CO2 produziert und nach heutigem Standard wohnlicher wird.

Was bedeutet das?

Starten wir mit der Einsparung von CO2: Direkt auf Seite 20 wird einem bereits eine Tabelle um die Ohren gehauen, die eben nicht nur Wärmedurchgangskoeffizienten beleuchtet, sondern neben diversen anderen Kennzahlen auch den Energieaufwand, den es benötigt, um den Dämmstoff zu produzieren. Was für ein Start in die 141 Seiten starke Lektüre. Hiermit hören die Autoren aber noch längst nicht auf. Auch der CO2-Ausstoß beim Transport der Baustoffe wird angesprochen und es wird darauf aufmerksam gemacht, dass dieser genauso zu berücksichtigen ist, wie die Entsorgung bei einem Abriss. Der Bezug zu dem Buchtitel wird damit schnell klar. Der Erhalt vorhandener Bausubstanz kann bei Betrachtung dieser Faktoren bereits ein Beitrag zum Klimaschutz darstellen.

Auch wenn man nun etwas anderes vermuten mag, treffen wir in dem Buch nicht auf Gegner der energetischen Sanierung. Ganz im Gegenteil: der zweite Faktor, die Gebäude wohnlicher zu machen, geht Hand in Hand mit dem Ziel, sie für viele weitere Jahre des Bestehens vorzubereiten.

Somit werden nicht nur viele theoretische Aspekte des Themas „Klimaschutz und Denkmalschutz“ in dem Buch vorgestellt, sondern auch gebaute Beispiele präsentiert, anhand derer erfolgreiche Sanierungen erklärt werden. Auch alternative Ansätze, bei denen die Gebäude gar nicht im klassischen Sinne gedämmt wurden, finden ihren Platz.

Was mich zusätzlich begeisterte: so ziemlich jeder Bautyp wird in dem Buch behandelt. Während die meisten die Betonbauten aus den 60er/70er Jahren noch so gar nicht richtig „auf dem Schirm“ haben, wenn sie über das Thema Denkmalschutz nachdenken, geht dieses Buch auch auf diese Bautypen ein.

Also jeder, der gerne einmal einen Überblick zu dem Titel-Thema bekommen möchte, der sollte sich dieses Buch anschaffen. Absolut lesenswert und dank der kurzen Aufsätze auch schön für zwischendurch als Pausenlektüre geeignet.

 

Buch über energetische Sanierung im Denkmalschutz

Buch: Denkmalschutz und Klimaschutz – zwei Seiten derselben Medaille?!

 

Herausgegeben von der Akademie für Natur- und Umweltschutz (Umweltakademie) Baden-Württemberg

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