Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

Die Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl

Da fährt man Jahre lang durch Erkrath-Hochdahl und geht Jahre lang davon aus, dass das kleine Waldstück gegenüber des Landgasthauses Kemperdick nur die Trennung zu den dahinterliegenden Wohngebieten ist, das als Hundetoilette genutzt wird, um dann eines besseren belehrt zu werden.

Und so führt uns unser Weg vor wenigen Wochen eigentlich durch absolut bekannte Straßen zu einer komplett unbekannten Waldlichtung in deren Mitte malerisch die Wahnenmühle aus dem 17. Jahrhundert liegt. Das Laub war schon fast komplett von den Bäumen gefallen und der Herbst zeigte seine etwas sehr graue Seite, aber irgendwie unterstrich dieses ungemütliche Wetter nur den urgemütlichen Charakter des kleinen Gasthauses.

Wir parkten erst einmal vor dem großen, weißen Holztor, denn so richtig trauten wir uns nicht, diese Idylle mit unserem Auto zu zerstören. Und so schlenderten wir mit dem Hund im Schlepptau voller Erwartungen auf das urige Fachwerk-Ensemble zu.

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

Zufahrt zum Haus

Frau Magistrali empfing uns mit einem solch herzlichen Lächeln, dass wir uns sofort wie Zuhause fühlten. Das Restaurant hatte sie für abends bereits reserviert und damit konnte sie uns sofort unser Zimmer im Erdgeschoss zeigen. Wir bekamen die frühere Küche als Schlafplatz zugewiesen. Anstelle der Küchenzeile waren dort nun, ganz kurios, WC und Dusche hinter Holztüren versteckt, die mit goldenen Mosaiksteinen einem entgegenglitzerten, sobald die Türen geöffnet wurden. Über die frühere Hauseingangstüre hatten wir einen direkten Zugang zum Garten, was natürlich perfekt ist, wenn man mit Hund vereist. Und so konnte unser Kleiner direkt einmal die Terrasse ausgiebig beschnüffeln und wir einen Blick in den malerischen Garten mit seinen großen Teichanlagen werfen.

Das ganze Gasthaus verfügt über vier Zimmer, die alle individuell eingerichtet sind. Und da ein Zimmer gerade frei war, durfte ich mir dieses auch ansehen. Genauso ein Traum wie unser Zimmer, aber ganz anders vom Stil.

So langsam wurde es später und mein Highlight des Tages wartete auf mich. Während der Nebel anfing durch die Bäume über die Teiche in Richtung des Hauses zu wabern, traf ich im Frühstücksraum die frühere Besitzerin der Wahnemühle, die mit ihrem Mann diesen besonderen Ort geschaffen hatte. Während auf dem Laptop die Fotos aus der Renovierungszeit durchliefen, erzählte sie mir ihre Geschichte zu dem Haus:

Die Rettung der Wahnenmühle

1977 zogen sie und ihr Mann in einen schmucken Neubau, die Bauarbeiten waren bald beendet und auch der ganze Dreck von diesen verschwunden. Mit dem Hund ging es dann jeden Tag zum Spazieren in den Wald an der Wahnenmühle. Hier hatte bereits der Großvater ihres Mannes Bäume gefällt und immer wieder war da der sehnsuchtsvolle Blick ihres Mannes auf das kleine Fachwerkhäuschen. Eines Tages stand das Haus zum Verkauf und ehe sie sich versah, bot ihr Mann auf das komplett heruntergekommene Anwesen und bekam auch noch den Zuschlag. Das war im Jahr 1983.

Man kann sich vorstellen, die Begeisterung hielt sich bei ihr stark in Grenzen. Vom modernen Neubau ging es direkt in diese Bruchbude, denn zur Finanzierung des Kaufpreises musste das „alte“ Haus verkauft werden.

Sie kämpften sich durch zentimeterdicke Bodenbeläge der Vorbesitzer. Es wurden die Gefache erneuert und die morschen Holzbacken ausgetauscht. Ihr Mann lebte für dieses Haus mit Leib und Seele und das spürt man, finde ich, auch heute noch. Damals stand das Haus noch nicht unter Denkmalschutz und so konnte der frühere Eingang an der Gartenfront an die Seite zur Einfahrt verlegt werden. Die vielen Umbauten in den 80er Jahren brachten dazu der Familie Magistrali einen riesen Vorteil, denn bis heute ist nur die Fassade geschützt, was den Umbau zum Hotel stark vereinfachte.

Als die Sprache auf den Garten kommt, blitzen ihre Augen nochmals auf und bekommen dieses stolze Leuchten, so dass ich sofort weiß – auch wenn sie erzählt, wie viel Arbeit die Umgestaltung war – ich stehe hier im Lebenswerke zweier Menschen.

Zugewuchert und mit unzähligen, leeren Spirituosenflaschen des früheren Mieters versehen, wurde mit viel Körpereinsatz ein kleines Wunderland erschaffen. Große Koi-Teiche, Brücken, die über diese führen, kleine Rückzugsmöglichkeiten … wer diesen Garten nicht einmal live gesehen hat, der hat etwas verpasst. „Es war eine unglaubliche Arbeit. Eigentlich sollten hier Naturteiche entstehen, aber die wollten und wollten nicht funktionstüchtig werden, so dass wir doch am Ende Teichfolien auslegten. Aber wenn man dann das Flüstern der Spaziergänger auf der anderen Zaunseite später hörte, dann waren wir schon stolz.“ Und wieder huscht dieses Leuchten über ihr Gesicht.

Die Familie Magistrali erwarb das Anwesen dann 2007, im Winter des Jahres 2009 wurde das Gasthaus eröffnet. Die Gewerbegenehmigung hatte so lange auf sich warten lassen. Der Umbau hingegen gestaltete sich als recht einfach, da sich das Gebäude in einem solch guten Zustand befand.

Und weil das Hotel überwiegend Messegäste unter der Woche beherbergt, kann ein romantisches Wochenende auch recht spontan gebucht werden. Ich wünsche viel Spaß dabei, wir werden im Sommer auf jeden Fall nochmals vorbeischauen.

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

Blick von den Teichen hoch zum Haus

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

der Frühstücksraum

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

mitten im Wald

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

Kinder und Hunde sind willkommen

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

versteckte Terrasse neben dem Haus

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

entspannen und ausruhen zu jeder Jahreszeit

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

Terrasse vor dem Frühstücksraum

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

entspannen und ausruhen zu jeder Jahreszeit

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

liebevolle Details an jeder Ecke

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

liebevolle Details an jeder Ecke

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

vor der Türe liegt der Wald

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

die alte Hauseingangstüre

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

das Gasthaus bei Nacht

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

der Frühstücksraum bei Nacht

Wahnenmühle in Erkrath-Hochdahl, denkmalgeschütztes Fachwerkhaus mit Hotel-/Gasthaus

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